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Neue Brennstoffzellenbusse sind in Bielefeld unterwegs

moBiel-Flotte wird noch umweltfreundlicher

Die ersten Brennstoffzellenbusse der neuen Generation sind eingetroffen: Damit können in den kommenden Wochen bereits neun der hochmodernen Fahrzeuge im regulären Betrieb eingesetzt werden.

Insgesamt haben wir 25 sogenannte „Range-Extender“ bestellt. Möglich wurde dies durch die Förderung des Bundesverkehrsministeriums, das 8,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. moBiel selbst hat gut zehn Millionen Euro investiert.


Die Vorteile der neuen Busse

Hohe CO2-Einsparung

Der aktuelle Fuhrpark von moBiel umfasst 132 Fahrzeuge, von denen 29 künftig mit Wasserstoff betrieben werden.

„Die Brennstoffzellentechnik ist für uns ein Mittel, die Verkehrswende aktiv mitzugestalten. Sie ermöglicht es uns, den ÖPNV in Bielefeld effizient und emissionsfrei aufzustellen“, sagt moBiel- und Stadtwerke-Geschäftsführer Martin Uekmann. Bereits im Jahr 2021 hatte sich das Bielefelder Verkehrsunternehmen für einen Test der Wasserstofftechnik entschieden. Seit Mitte 2022 sind vier emissionsfreie Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs.

moBiel-Geschäftsführer Arne Petersen: „Weil wir dabei ausnahmslos gute Erfahrungen gemacht haben, wollen wir den Weg mit den Brennstoffzellenbussen weitergehen. Mit den neuen Fahrzeugen haben wir nun eine Vorzeigeflotte in Sachen Umweltfreundlichkeit. Diese innovativen Busse ermöglichen es uns, etwa 2.000 Tonnen CO2 pro Jahr einzusparen, was einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz darstellt.“

Um die Anschaffung der 25 neuen Busse zu realisieren, war die Unterstützung des Bundes notwendig. Gefördert wurden die Mehrkosten im Vergleich zu Dieselbussen zu 80 Prozent. „Mit diesen Mitteln wollen wir den Verkehrsunternehmen im Land gezielt den Rücken stärken und bei den Herausforderungen auf dem Weg zu noch mehr Klimaschutz unterstützen“, sagt Oliver Hoch von der NOW GmbH, die die Förderung für das Bundesministerium koordiniert.

Neue Busse mit größerer Reichweite

Im Gegensatz zu den ersten vier Brennstoffzellenbussen, die in Bielefeld im Einsatz sind, können die neuen Fahrzeuge sowohl mit Wasserstoff als auch mit Strom betrieben werden. „Das bedeutet für uns, dass wir sie flexibler einsetzen können,“ sagt Ralf Schönenberg, Leiter des Bereichs Fahrzeuge bei moBiel. „Durch den größeren Akku haben die Busse generell eine größere Reichweite und können auch vollelektrisch fahren, wenn einmal kein Wasserstoff zur Verfügung stehen sollte.“

Die neuen Busse werden von Mercedes-Benz an moBiel geliefert. Es handelt sich dabei um acht 12-Meter-Busse und siebzehn 18-Meter-Busse (Gelenkbusse) vom Typ „eCitaro Fuelcell“. Diese sind in Deutschland erst seit Mitte vergangenen Jahres auf dem Markt. Die Fahrzeuge sind auf Basis des rein batteriebetriebenen eCitaro entstanden. Sie verfügen über 34 bzw. 46 Sitzplätze.

Als Niederflur-Busse haben sie zwei bzw. drei Mehrzweckbereiche für mobilitätseingeschränkte Personen. Auf dem Dach sind Brennstoffzellen von Toyota verbaut. Die ebenfalls auf dem Dach untergebrachten Wasserstofftanks können 25 bzw. 30 Kilogramm Wasserstoff aufnehmen. Das reicht mit den Batteriekapazitäten von 300 bzw. 400 Kilowattstunden nach Herstellerangaben für eine Reichweite von über 400 Kilometern. So können die neuen Busse auf allen Linien im Busnetz eingesetzt werden, ohne dass sie zwischendurch betankt oder geladen werden müssen.

Die bereits eingetroffenen neun Gelenkbusse werden ab Anfang März in den regulären Betrieb gehen. Die Bielefelderinnen und Bielefelder können sie aber schon heute entdecken, da moBiel aktuell umfangreiche Testfahrten durchführt. Eingesetzt werden sie zunächst im Bielefelder Süden. Sukzessive werden im ersten Halbjahr 2025 die restlichen 16 Busse geliefert, sodass bis Ende Juni alle in Betrieb sind.


Der Innovationspark wächst

Die Brennstoffzellenbusse benötigen eine entsprechend moderne Infrastruktur. Diese entsteht im Innovationspark Sektorenkopplung. Dort werden schon im Sommer alle 25 neuen Brennstoffzellenbusse effektiv betankt und untergebracht.

Auf dem Gelände an der MVA Bielefeld steht bereits eine Wasserstoff-Tankstelle und eine moderne Abstellhalle mit Werkstatt, auf einem Fußballfeld-großen Areal. Auf noch einmal doppelt so viel Fläche ist aktuell neue Technik im Bau. „Hier vereinen wir die Expertise aus den unterschiedlichen Bereichen unserer Unternehmensgruppe. Hier wird mit Händen greifbar, was Innovation bedeutet. Das hat bereits Strahlkraft über Bielefeld hinaus erreicht “, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Müller.

Rund um die bereits existierenden Anlagen wird in den kommenden Monaten eine weitere Abstellhalle mit besonders leistungsfähigen Ladestationen fertiggestellt. Außerdem ist ein Elektrolyseur in der Planung, mit dem die Stadtwerke Bielefeld Gruppe Wasserstoff selbst herstellt – unter anderem aus Strom, der bei der Abfallverbrennung in der benachbarten MVA entsteht.

Stadtwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Wiebke Esdar: „Wir können stolz darauf sein, dass wir in Bielefeld die Verkehrswende mit solch modernen Mittel vorantreiben können. Bund und kommunale Ebene ergänzen sich hier perfekt“. moBiel-Aufsichtsratsvorsitzender Dominic Hallau fügt hinzu: „Diese Investition zeigt, dass moBiel bereit ist, in die Zukunft zu investieren und bereits für andere Verkehrsunternehmen als Vorbild gilt.“

Hintergrundinformationen

Brennstoffzellentechnik

In der Brennstoffzelle der Busse reagiert Wasserstoff mit Sauerstoff und erzeugt so während der Fahrt permanent elektrische Energie. Diese wird in der Batterie auf dem Fahrzeugdach gespeichert aus der dann die Elektromotoren angetrieben werden. Schädliche Abgase entstehen dabei nicht, nur Wasserdampf. Die Fahrzeuge sind darüber hinaus nahezu geräuschlos unterwegs.

Förderung

Das Projekt wird im Rahmen der Richtlinie zur Förderung alternativer Antriebe von Bussen im Personenverkehr mit insgesamt 8,7 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Fördermittel dieser Maßnahme werden auch im Rahmen des Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP) über die europäischen Aufbau- und Resilienzfazilitäten (ARF) im Programm NextGenerationEU bereitgestellt. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt.

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